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Dein plastikfreier Balkon

Wir empfehlen hier das Do-it-yourself, das eigene Aussäen, um die Plastikpflanztöpfe zu vermeiden.
Plastikfreier Balkon

In dieser schönen Jahreszeit sind viele damit beschäftigt, neue Blumen und Pflanzen auf dem Balkon oder im Garten zu pflanzen. Und wer gerade im Blumenladen eingekauft hat, weiß, wie viel Plastik man da nebenbei nach Hause schleppt. Pflanztöpfe, Blumenerde, Gießkanne, Balkondeko, alles aus oder in Plastik.

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Plastikfreier Balkon

Kaufen oder selbst pflanzen?
Blumen und Pflanzen, die bereits angezüchtet wurden, bekommst du fast überall in Plastiktöpfen. Sollte dir im Geschäft mal ein Pflanztopf aus Bio-Plastik oder recyceltem Material begegnen, erzähl am besten allen Bekannten davon, denn im Internet wird man hier schwer fündig. Ob der Kauf fertig gepflanzter Ziertöpfe eine plastikärmere Alternative ist, ist schwer zu sagen. Kleinere Gärtnereien nehmen u. U. die verwendeten Plastiktöpfe zurück: einfach mal fragen und dann vor der Rückgabe mit einem Pinsel von Erd- und Wurzelresten befreien. Wir empfehlen hier das Do-it-yourself, das eigene Aussäen, um die Plastikpflanztöpfe zu vermeiden.

Wie geht Aussäen?
Samen bekommt man in Gärtnereien, Drogerien, Bioläden, im Netz und zurzeit auch mal als Beigabe am Marmeladenglas. Aufgrund der aktuellen Meldungen zum Bienensterben wäre es schön, wenn du bei der Auswahl des Saatgutes darauf achten würdest, bienenfreundliche Blumen und Pflanzen zu säen. Informationen dazu bekommst du hier oder hier und auf vielen weiteren Seiten. Oder pflanz deinen eigenen Kräutergarten, um Kräuter nicht mehr in Plastik einkaufen zu müssen. Die Samen setzt du je nach Pflanzenart bedeckt oder oberflächlich in Aussaaterde. Alternativ kannst du Kokoserde ausprobieren, die man in kleinen Paketen (geringe Menge an Plastikverpackung) kauft und zuhause in Wasser aufquellen lässt. Sie soll sich gut als Aussaaterde eignen. Als Aussaatgefäße können alte Eierkartons oder aus Zeitungspapier selbstgemachte Töpfchen dienen. Als kleines „Gewächshaus“ kannst du alte Einweg-Plastikflaschen längs halbieren oder den Boden abschneiden und damit das Anzuchtgefäß abdecken.

Blumenerde
Sind deine Pflänzchen auf ein gutes Maß zum Umpflanzen gediehen, kommen sie in den Blumentopf. Hier benötigen sie Erde mit höherem Nährstoffgehalt. Bitte achte darauf, keine torfhaltige Erde zu kaufen, da hierfür Moore zerstört werden. Plastikfreie Blumenerde kann man je nach Region unter u. U. beim örtlichen Recyclinghof erwerben. Geschenkt gibt es Muttererde häufig bei ebay-Kleinanzeigen. Eine gute Art, an Blumenerde zu gelangen, ist die Verwendung eines Wurmkomposters zur Verarbeitung des eigenen Biomülls in gesunden umweltfreundlichen Dünger. Die kann man selbst bauen oder im Internet bestellen. Als Dünger kannst du einfach deinen Kaffeesatz sammeln und unter die Blumenerde mischen.

Töpfe und Deko
Die schönen Ziertöpfe auf dem Balkon sind ja in der Regel nicht aus Plastik. Hier gilt zur ressourcenschonenden Balkonverschönerung: Wiederverwendung vor Neukauf. Im Netz gibt es unendlich viele Tipps für das Upcycling zu Blumentöpfen. Am einfachsten sammelst du Weißblechdosen aus dem Supermarkt, z. B. von Eintöpfen, geschälten Tomaten, Bohnen, haust in den Boden mit Hammer und Nagel ein paar Ablauflöcher und bepflanzst die Dose schön. Vorher kannst du sie noch dekorativ bemalen oder bekleben. Schöne Pflanzschilder kann man umweltbewusst so selber machen. Was die Dekoration von Balkon und Garten aus schönen alten Dingen angeht, sind der Fantasie nahezu keine Grenzen gesetzt.

Sollten sich einmal Schädlinge an deinen so mühevoll gezüchteten Blumen und Pflanzen vergreifen, greif bitte nicht zur Pestizid-Chemie aus der Plastikflasche. Tipps für die Bio-Abwehr der kleinen Monster gibt es hier. Um den Bienen Heim und Wasser zu geben, kannst du eine Wildbienen-Nisthilfe und Bienentränken aufstellen.

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Wie immer ist es eine gute Idee, wenn man sich sowohl bei der Beschaffung als auch bei der Entsorgung aller Dinge rund um Balkon und Garten an die Nachbarn wendet. Vielleicht hat ja jemand im Umkreis schon einen Wurmkomposter und produziert mehr Erde, als er/sie braucht? Oder ihr teilt Samen, weil die sich nicht allzu lange halten, oder bepflanzt gemeinsam den Hof. Auf nebenan.de findest du auch Abnehmer für deine alten Übertöpfe und Ableger.

Wir wünschen dir jedenfalls einen wunderbaren Sommer und einen hübschen plastikfreien Balkon.

Texte: Heike Schmitt
Grafik: Salea Rackwitz
Lektorat und Social Media: Antje Merzweil

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