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Brand Audit – denn wir wissen, was wir sammeln

Brand Audit

Brand Audits sind eine besondere, qualitative Form des Müllsammelns. Hier geht es nicht nur darum, die Umwelt vom Müll zu befreien, sondern es geht hier auch um eine Ursachenforschung.

Bei einem Brand Audit wird der gesammelte Müll genauer betrachtet und dabei wird erfasst, welche Marke und welcher Hersteller hinter dem Müll steckt.

Außerdem wird erfasst, um welches Material es sich dabei handelt. Bei Kunststoffen ist dies eine Einteilung nach den dominierenden Hauptkunststoffgruppen (PET, PVC Polypropylen, Polystyrol, etc). Außerdem ist noch interessant, ob es sich bei dem Kunststoff um ein mehrschichtigen, oder homogenen Kunststoff handelt.

Nicht zuletzt geht es bei der Erfassung auch um das Müllstück selbst. Handelt es sich dabei um eine Lebensmittelverpackung, Haushaltsprodukte, Körperpflegeprodukte, anderes Verpackungsmaterial, etc.

Brand Audit. Claudia Biehler (rechts) und Arno Meyer (links) von Cleanup.Saarland
Brand Audit: Claudia Biehler (rechts) und Arno Meyer (links) von Cleanup.Saarland

In Deutschland ist die Datenbasis tatsächlich nicht so sehr gut. Dabei gibt es in Deutschland deutliche Unterschiede zu vielen anderen Ländern. So ist weltweit die Coca-Cola Company in vielen aufeinanderfolgenden Jahren das Unternehmen, dem sich die meisten Müllfunde zuordnen ließen. In Deutschland ist das Resultat anders, da es hier ein Pfandsystem gibt, das die Müllmengen bei Getränkeflaschen deutlich reduziert. Daher ist es wichtig, eine eigene Datenbasis zu erstellen, die auch die Verhältnisse hier vor Ort in Deutschland genauer aufzeigt.

Ferrero, McDonalds und Capri Sun – die Top 3 in Deutschland

Im Herbst 2021 hat das Netzwerk Cleanup.Saarland an einem umfangreichen Brand Audit von #BreakFreeFromPlastic teilgenommen. In vielen verschiedenen Gemeinden wurde gesammelt und erfasst. Es wurde die größte Datensammlung für ganz Europa. Die ersten 3 Plätze gingen an die Ferrero Group gefolgt von McDonalds und Capri Sun.

Datenbasis für den Globalen Report

Die Daten fließen in den Globalen Report von #Breakfreefromplastic ein. In einem Dashboard lassen sich die Zahlen für die einzelnen Länder und Jahre abrufen.

Natürlich lässt sich sehr viel Plastikmüll nicht eindeutig einem Hersteller zuordnen. Zudem bestand auch eine besondere Vorsicht beim Umgang mit dem Corona-Virus. So wurden Zigarettenkippen, die ja auch aus Plastik bestehen, nicht erfasst. Mengenmäßig waren auch OP-Masken weit verbreitet, lassen sich aber nicht mehr einem Hersteller zuordnen.

Ein Brand Audit wird nicht über den Müll-Meldebogen vom World Cleanup Day erfasst. Ein Brand Audit ist durchaus anspruchsvoll, da jedes Müllstück auch erfasst werden muss. Die Zuordnung der Plastikart ist nicht einfach und nur sehr wenige Verpackungen sind entsprechend mit einem Symbol für die verwendete Kunststoffart gekennzeichnet.

Ein weiteres Problem liegt in dem Erfassungs-Excel. Bei deutschen Markennamen ist die Datenbasis noch nicht sehr groß und daher ist ein höherer manueller Aufwand nötig, Hersteller und Marke einzutragen. Eine genaue Anleitung für die Durchführung eines Brand Audits gibt es auf der Homepage von #Breakfreefromplastic

Es ist sinnvoll, einen Brand Audit unabhängig vom World Cleanup Day durchzuführen und es ist auch einfacher, verschiedene kleine Erhebungen zu machen, statt einer großen Datenerhebung an einem Tag.

Potential für Unternehmen

Natürlich ist nicht das Unternehmen alleine für die Umweltverschmutzung verantwortlich, denn in der Regel ist es der Konsument, der den Müll in der Umwelt hinterlässt.

Eine Erkenntnis kommt aber bei jedem Teilnehmer des Brand Audits sehr schnell – zu jedem Stück Müll gibt es eine nachhaltigere Alternative. Jedes Stück Müll könnte anders designed sein und so auch besser dem Wertstoffkreislauf wieder zurückgeführt werden. Überall gibt es noch viel Potential für mehr Ressourcenschutz.
Diese Nachricht ist eigentlich eine gute Nachricht für alle Unternehmen, die sich die Sichtbarkeit im Report des Brand Audits nicht wünschen.

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